⚡ Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung von Studierenden in interdisziplinären Lerngruppen
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Verena Buren, Hannah Lutz-Vock
Die School of Personal Development and Education (ScoPE) an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) fördert Persönlichkeitsentwicklung, gesellschaftliches Engagement und Future Skills von Hochschulangehörigen durch praxisnahe Ansätze wie Service Learning, Achtsamkeitsschulungen und projektbasiertes Lernen. Im Interdisziplinären Studium Generale arbeiten Studierende in interdisziplinären Lerngruppen an fachübergreifenden aktuellen Themen, wodurch die Verbindung von Theorie und Praxis gestärkt sowie kritisches Denken, Teamarbeit und Resilienz gefördert werden.
Die School of Personal Development and Education (ScoPE)
Die School of Personal Development and Education (ScoPE) an der Frankfurt UAS ist eine zentrale inter- und transdisziplinäre wissenschaftliche Einrichtung, die Programme zur Förderung der Persönlichkeitsentwicklung, des gesellschaftlichen Engagements und der Schlüsselkompetenzen für Studierende, Lehrende und Mitarbeitende entwickelt und anbietet (Frankfurt UAS, 2025a). Mit dem Ziel einer achtsamen und nachhaltigen Hochschulbildung setzt ScoPE auf aktuelle Themen wie Demokratiebildung, Data Literacy und Nachhaltigkeit in Verbindung mit innovativer Hochschuldidaktik. Praxisorientierte Methoden wie Achtsamkeitsschulung, Mentoring und Service Learning schaffen Lernumgebungen, die Hochschulangehörige auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten und die persönliche Entwicklung fördern (Frankfurt UAS, 2025a). Die Vermittlung von Future Skills wie kritischem Denken, Teamarbeit, Resilienz, Selbstreflexion sowie Problemlösungs- und Innovationsfähigkeit spielen dabei eine zentrale Rolle (Frankfurt UAS, 2025a). Diese Kompetenzen werden unter anderem im Rahmen des Interdisziplinären Studium Generale gefördert, das die Zusammenarbeit in interdisziplinären Studierendengruppen sowie projektbasiertes Lernen und kollaborative Aufgabenstellungen umfasst. Didaktische Ansätze, die die Zusammenarbeit in heterogenen Teams unterstützen, tragen zudem dazu bei, Vorurteile abzubauen und die Wertschätzung für unterschiedliche Perspektiven zu stärken (Frankfurt UAS, 2025a).
Das Interdisziplinäre Studium Generale
Die Frankfurt UAS hat zur Förderung der außerfachlichen Kompetenzen ihrer Studierenden das „Interdisziplinäre Studium Generale“ als Pflichtmodul in alle Bachelor-Studiengänge integriert (Frankfurt UAS, 2025b). In diesem Rahmen sollen fachübergreifend Zukunftskompetenzen wie Ambiguitätskompetenz, ethische Kompetenz, Kommunikations- und Kooperationskompetenz, Reflexionskompetenz und Systemkompetenz der Studierenden gefördert werden. Mitarbeitende von ScoPE bieten in diesem Rahmen Module zu den Themen gesellschaftliche Verantwortung, Demokratiebildung und persönliche Entwicklung an, die gemeinsam mit Lehrenden aus unterschiedlichen Fachbereichen in interdisziplinären Teams durchgeführt werden (Frankfurt UAS, 2025a). Eine gezielte Zuordnung der Studierenden aus verschiedenen Fachbereichen sorgt für eine ausgewogene Verteilung. Diese Interdisziplinarität fördert das Denken über die eigenen fachlichen Grenzen hinaus und schafft Raum für Mehrperspektivität - sowohl bei den Lehrenden als auch bei den Studierenden (Frankfurt UAS, 2025b). Dadurch werden nicht nur Future Skills wie Selbstreflexion, Resilienz und Problemlösungsfähigkeit vermittelt, sondern auch eine praxisnahe Auseinandersetzung mit zentralen gesellschaftlichen Fragestellungen ermöglicht. Die Verzahnung von Theorie und Praxis sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit eröffnen den Studierenden wertvolle Perspektiven und bereiten sie umfassend auf die Herausforderungen einer dynamischen und globalisierten Welt vor (Frankfurt UAS, 2025b).
Exemplarische Module: Verbindung von Theorie und Praxis
Zwei exemplarische Module des Interdisziplinären Studium Generale verdeutlichen den innovativen und praxisorientierten Ansatz von ScoPE:
- „Meditation als kulturelle Praxis“ vermittelt verschiedene Achtsamkeitsübungen und fördert durch praktisches Erproben und Reflexion die Fähigkeit zur Selbstermächtigung und inneren Balance. Die Auseinandersetzung mit Meditation als kultureller Praxis erweitert dabei den Horizont der Studierenden und sensibilisiert sie für unterschiedliche kulturelle Kontexte.
- „Lebenslinien – kreative und interdisziplinäre Zugänge zur Erkundung von Biografien und Identität“ verknüpft Biografiearbeit und Kulturelle Bildung. Durch Übungen und Reflexion gewinnen Studierende persönliche Erkenntnisse und erforschen die eigene Identität. Ziel der Biografiearbeit ist die Unterstützung der Identitätsentwicklung, die Stärkung des Selbstwertgefühls sowie die Eröffnung neuer Perspektiven und Handlungspotenziale (Miethe, 2017). Die Einbettung der individuellen Lebensgeschichte in gesellschaftliche und historische Kontexte fördert darüber hinaus die Entstehung neuer Sinnzusammenhänge (Miethe, 2017), die auch die Chance zur politischen Bildung und Veränderung eröffnen (Gudjons et al., 2008).
Fazit
ScoPE verbindet innovative Themen und Lehransätze, um Future Skills in interdisziplinären Lerngruppen zu fördern. Die exemplarisch dargestellten Module veranschaulichen, wie fachübergreifende, praxisnahe Lehre in heterogenen Lerngruppen eingesetzt werden kann, um kritisches Denken, Teamarbeit und Reflexionsfähigkeit zu stärken. Durch die Integration praxisorientierter Ansätze in die Hochschullehre wird eine Brücke zwischen theoretischem Wissen und praktischer Anwendung geschlagen (Cendon, Pellert, 2016). Die Verzahnung von Theorie und Praxis, ergänzt durch gezielte Reflexion, bereitet Studierende auf zukünftige Anforderungen vor, fördert lebenslanges Lernen und vertieft das Verständnis des Gelernten im Kontext realer beruflicher Herausforderungen (Mörth, Cendon, 2019). Diese Ansätze unterstreichen die Relevanz innovativer Bildungsformate, wie sie von der School of Personal Development and Education (ScoPE) umgesetzt werden.
Cendon, Eva, Mörth, Anita, & Pellert, Ada (Hrsg.). (2016). Theorie und Praxis verzahnen. Lebenslanges Lernen an Hochschulen. (Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung des Bund-Länder-Wettbewerbs Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen; 3). Waxmann. https://doi.org/10.25656/01:14544
Frankfurt University of Applied Sciences (2025a). School of Personal Development and Education. https://www.frankfurt-university.de/de/hochschule/zentren-und-institute/scope/haw-didaktik/ (Zugriff am 13.01.2025)
Frankfurt University of Applied Sciences (2025b). Interdisziplinäres Studium Generale. https://www.frankfurt-university.de/de/studium/interdisziplinares-studium-generale/ (Zugriff am 13.01.2025).
Mörth, Anita, & Cendon, Eva (2019). Theorie-Praxis-Verzahnung als zentrales Element von Formaten wissenschaftlicher Weiterbildung. Zeitschrift Hochschule und Weiterbildung (ZHWB), 2019(1), 40–47. https://doi.org/10.4119/zhwb-1175
Miethe, Ingrid (2011): Biografiearbeit. Lehr- und Handbuch für Studium und Praxis. Juventa, Weinheim, ISBN 978-3-7799-2241-4.
Gudjons, Herbert, Wagener-Gudjons, Birgit, & Pieper, Marianne (2008): Auf meinen Spuren. Übungen zur Biografiearbeit. Verlag Julius Klinkhardt.
Verena Buren (M.Sc.)
Frankfurt University of Applied Sciences
School of Personal Development and Education
wissenschaftliche Mitarbeiterin
verena.buren@scope.fra-uas.de
Hannah Lutz-Vock (M.A.)
Frankfurt University of Applied Sciences
School of Personal Development and Education
wissenschaftliche Mitarbeiterin
hannah.lutz-vock@scope.fra-uas.de