Academic Development Conference 2025

12.02.2025

🗣️ Zwischen Tradition und Transformation: Eine Theorie für Hochschulen im deutschsprachigen Raum

Miriam Barnat

In den letzten Jahren vermehren sich die Anforderungen an die Hochschulen, so dass Wandel notwendig wird (Klages, 2023). Gleichzeitig haben sich durch Reformen die Hochschulen verändert. Sie unterscheiden sich in Bezug auf die Steuerungs- und Arbeitsweisen zu früher (Output statt Inputsteuerung, höhere Entscheidungsautonomie etc.) und zugleich von anderen Organisationen wie wirtschaftlichen Unternehmen. Erfahrungswerte für die Gestaltung des Wandels in Hochschulen entstehen gerade, Theorien dazu sind noch nicht vorhanden, da bestehende Modelle für wirtschaftliche Organisationen oder ausländische Hochschulsysteme nicht angemessen auf das deutsche Hochschulsystem übertragbar sind (Jenert, 2020).

Der Beitrag knüpft an Jenerts (2020) erste Ansätze für eine gegenstandsangemessene Theorie an und entwickelt sie auf Basis der Erfahrung aus dem Strategieprozess der FH Aachen weiter. Hier wurde ein Selbsteinschätzungsfragebogen entwickelt, der es den Studiengängen ermöglicht, sich zu den strategischen Themen zu positionieren. Diese Selbsteinschätzung wird in Curriculumwerkstätten durchgeführt (Barnat et al., 2024). Der Beitrag stellt den Prozess und die Verankerung im Qualitätsmanagementsystem vor, zieht erste Schlussfolgerungen aus den gesammelten Erfahrungen und schlägt eine theoretische Erweiterung vor, die auf wissenschaftliche Produktionsgemeinschaften (Gläser, 2006) und Kokreation (McKercher, 2020) zurückgreift, um den hochschulischen Wandel theoretisch zu fundieren und praktisches Handeln anzuleiten. Der Beitrag ist ein Plädoyer dafür, Hochschulentwicklung als kreative kollaboratives Unterfangen zu begreifen.